Postbank Köln

Ludwig Leuchten inszenierte die Magistrale der Postbank Köln kunstvoll mit Lichtbändern.

Die Magistrale der Postbank ist eine 140 Meter lange und 4,5 Meter breite Verbindungsstraße, die als Haupterschließungsachse fünf Büro-Trakte durch ein Raumkontinuum über vier Geschosse hinweg funktional zusammenschließt.

Lichtplanung - architektonisch stimmig und kosteneffizient

Die Magistrale ist zur Südwestseite, zu den großen Innenhöfen hin, vollflächig verglast. Es ergibt sich somit beim Durchschreiten der Magistrale ein Rhythmus von Hell und Dunkel, von Offenheit der Glashöfe und Geschlossenheit der durchgesteckten Büro-Trakte. Die vertikale Durchdringung der Geschosse wird durch die großzügigen einläufigen Treppen innerhalb der Magistrale realisiert sowie durch eine Ablösung der horizontalen Wege von der Wandscheibe, so dass sich weiträumige Durchblicke über mehrere Geschoss-Ebenen ergeben. Aufgabe der Lichtplanung war es, diese architektonischen Qualitäten in der Nachtbeleuchtung zu erhalten und zu betonen, wobei aus Kostengründen mit einfachen Beleuchtungsmitteln zu planen war.

Leuchtenkonzept für Tag und Nacht

Unterstützt wird die räumliche Qualität durch ein Farbkonzept, nach dem die raumbegrenzenden Wände der Magistrale im Bereich der durchgesteckten Büro-Trakte in einem Terrakotta-Ton angelegt sind. Die Magistrale gliedert sich damit rhythmisch in zwei jeweils aufeinanderfolgende Zonen, die ein eigenes Beleuchtungskonzept erhalten haben. Im Bereich der Innenhöfe ist auf ca. 2,5 Meter Riegelhöhe über die gesamte Glasfassade, geschossweise durchlaufend, eine asymmetrische Langfeldleuchte 602 HR W SOF 2T16-54 E angeordnet, deren Lichtaustritt so flach konzipiert wurde, dass die Direktausstrahlung der Leuchte bis auf die rückwärtige, 4,50 Meter entfernte Wandscheibe flutet. Die Unterseite der Leuchten sind mit Schlitz-Stanzungen versehen. Durch diese fällt auch das Tageslicht, so dass das Lichtband nicht nur bei Nacht, sondern auch tagsüber wirksam wird. Die Schlitz-Stanzungen stellen ein horizontales Leitmotiv dar, das die Dimension der 140 Meter langen Magistrale optisch unterstützt.

Im Bereich der Büro-Trakte wird das Lichtband jeweils unterbrochen. Eine dem Lichtband ähnliche Leuchte (601 HR SOF 1T58 E) wurde mit umgekehrtem Lichtaustritt von der Decke abgependelt und flutet die ockerfarbenen Wandscheiben. Um die orthogonale Durchdringung der Magistrale durch die einzelnen Bürotrakte hervorzuheben, wurden in einer Deckenaussparung in Flurmitte der Büro-Trakte frei strahlende Lichtleisten eingelegt. Diese Lichtleisten stehen der achsialen Betonung der Magistrale durch die Fassadenleuchte rhythmisch entgegen, verlangsamen und bilden einen eigenen Lichtraum, der quer zur Magistrale liegt. So baut sich eine Spannung zwischen der enormen Länge der Magistrale und den eingeschobenen Lichträumen der Büro-Trakte auf. Die Geschossdecken-Kante im Bereich der Treppenläufe verfügt über in die Kante eingelassene Langfeld leuchten. Das austretende Licht verbindet die Geschosse untereinander zu einem vertikalen Lichtraum.

Lichtplanung: Köster & Köster, Frankfurt.

Architekten: Gatermann + Schossig

Preisträger des Licht- und Architektur Preises 1999.

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