Wie LED den Lichtmarkt verändern

Interview mit Vertriebsleiter Christian Zwolsky

Licht beeinflusst unsere Stimmung und unser Verhalten. Mit der richtigen Beleuchtung kann hier gezielt Einfluss genommen werden. Die LED-Technik macht es möglich. Diese Technologie hat ganz neue Möglichkeiten geschaffen – allerdings auch viele Fragen aufgeworfen. Ludwig Leuchten will für Klarheit sorgen.

Gemeinsam mit dem Großhandelspartner HanseLEV hat das Familienunternehmen im September und Oktober zu zwei Vortragsabenden nach Hamburg und Düsseldorf geladen. Kunden aus den Bereichen Elektroplanung und Architektur waren gekommen. Dabei gab Vertriebs- und Marketingleiter Christian Zwolsky Einblicke in die neuen technischen Entwicklungen, er räumte mit Missverständnissen auf und erläuterte, worauf es bei der Anwendung wirklich ankommt. Was ihm wichtig ist, verrät er im Interview.

Herr Zwolsky, die LED-Technologie hat für eine Revolution in der Lichtbranche gesorgt – aber auch viele Fragen mit sich gebracht. Man denke da nur an die differierenden Lichtwerte, die unterschiedliche LED-Chargen haben. Als Vertriebsleiter kennen Sie den Markt genau. Wie ist Ihr Eindruck?

Zwolsky: Wir spüren eine große Aufgeschlossenheit dem Thema gegenüber. Auch wir als Hersteller setzen auf LED-Technologie. Aber tatsächlich gibt es auf Anwenderseite viele offene Fragen, zum Teil auch falsche Annahmen über die Vor- und Nachteile der LED. Wir versuchen, auf diesem Gebiet für mehr Klarheit zu sorgen.


Nehmen wir das Thema Binning. In der Branche immer wieder diskutiert. Was steckt dahinter?

Zwolsky:  Weiße LEDs lassen sich mit aktuellen, industriellen Fertigungsmethoden nicht zielgerichtet auf einen definierten Farbort  hin produzieren. Nach dem Produktionsprozess werden daher alle LEDs selektiert und anschließend einem entsprechenden Binning-Cluster zugeordnet. Das heißt, es werden verschiedene Klassen hinsichtlich Lichtstrom und Farbwerten gebildet. Das Binning-Verfahren wird von den namhaften LED-Herstellern einheitlich gemäß ANSI-Standard durchgeführt.

Was bedeutet das für Sie als Leuchtenhersteller?

Zwolsky: Das Binning ist für uns enorm wichtig, weil es uns ermöglicht, innerhalb enger Toleranzen Leuchtdioden auszuwählen, die für die jeweilige Anwendung ideal sind.

Klingt nach einem aufwendigen, teuren Verfahren?

Zwolsky: Natürlich muss man dabei in jedem Fall die Kosten berücksichtigen. Dazu ist es wichtig, die Anforderungen unserer Kunden genau zu kennen.

Auch beim Thema Wärmeausstoß gibt es immer wieder Missverständnisse…

Zwolsky: Ja, weil Verbraucher fälschlicherweise glauben, dass LEDs im Gegensatz zu konventionellen Leuchtmitteln praktisch keinen Wärmeausstoß haben – eine Fehlannahme. Deswegen müssen wir als Leuchtenhersteller uns intensiv mit dem Thema Wärmemanagement befassen. Die Herausforderung dabei ist, die extreme Hitzeentwicklung an der LED abzuführen, damit tatsächlich eine lange Lebensdauer erreicht wird. Wir sorgen durch große Kühlkörper oder Kühlflächen für ausreichend Kühlung.

Trotz der vielen Vorteile der LEDs kommen nach wie vor noch häufig konventionelle Leuchtmittel zum Einsatz. Warum?

Zwolsky: Die Kosten spielen dabei eine große Rolle. Deswegen bieten wir viele unserer Klassiker zwar mit moderner LED-Technologie, alternativ nach wie vor aber auch mit herkömmlicher Technik an. Man muss aber ganz klar sagen: Wenn es um die Lebensdauer geht, sind LEDs unschlagbar. Und damit langfristig, gerade bei langer Nutzungsdauer, kostengünstiger.

Hersteller werben dabei gerne mit Angaben zur Lebensdauer und garantieren bis zu 50.000 Stunden. Was ist damit gemeint?

Zwolsky: Solche Werte klingen erst einmal gut. Aber man muss wissen, was dahinter steckt. Üblicherweise wird die sogenannte L-Kurve zur Angabe der Lebensdauer herangezogen. L70 bedeutet dabei zum Beispiel, dass nach Ablauf der angegebenen Lebensdauer 70 Prozent des Ausgangslichtstromes nach wie vor gewährleistet werden. Das heißt: Die Leuchte funktioniert noch, erreicht aber nicht mehr das anfängliche Beleuchtungsniveau. Zusätzlich ist der zweite Wert wichtig. B10 zum Beispiel besagt, dass nach dem Ende der Lebensdauer zehn Prozent der LED ausgefallen sind. Die Qualität einer LED lässt sich daher nur durch eine Kombination von beiden Werten beschreiben. Für uns als Leuchtenhersteller ist zudem entscheidend, dass auch die anderen Komponenten die angegebene Lebensdauer erreichen, der Treiber etwa. Deswegen arbeiten wir nur mit namhaften Herstellern zusammen.

Betrachten wir nun einmal die Möglichkeiten, die die LED-Technologie eröffnet. Stichwort: Tunable White.

Zwolsky:  Ein Thema, das uns in den kommenden Jahren noch weiter beschäftigen wird. Wir stehen da erst ganz am Anfang. Noch sind viele Anwender zögerlich. Die Kosten sind ein großes Thema. Aber in einigen Bereichen – in der Pflege oder in der Medizin etwa – macht man sich das biodynamische Licht bereits zunutze – mit nachweisbaren Erfolgen. Es geht dabei darum, durch die Beleuchtung den natürlichen Verlauf des Tageslichts nachzuempfinden.

Auch für Ludwig Leuchten ein Thema?

Zwolsky: Natürlich. Mit unserer Einlegeleuchte Viro haben wir bereits ein Produkt, das kompatibel ist für verschiedene Anwendungen von Tunable White.

Wo sehen Sie über Medizin und Pflege hinaus noch weitere Anwendungsbereiche?

Zwolsky: Praktisch überall. In der Industrie: Fühlen sich die Mitarbeiter wohl in ihrer Arbeitsumgebung, sind sie produktiver. Aber auch im Bildungsbereich. Oder in Büros.

Im Office-Bereich haben sich die Anforderungen in den vergangenen Jahren stark verändert.

Zwolsky: Absolut. Unsere Art zu arbeiten hat sich aber ja auch komplett verändert. Büros sind heute Wissensmanufakturen und haben für einige Arbeitgeber fast schon Kultstatus. Die Menschen arbeiten dort vernetzt und in wechselnden Teams. Der Dialog steht im Vordergrund, nicht mehr so sehr ein statischer Schreibtisch mit PC und Telefon. Das Office-Layout muss das alles abbilden – genauso wie unsere Lichtlösungen, die eine flexible Bürogestaltung erlauben müssen und mehr und mehr designorientiert sind. Mehr Stehleuchten, integrierte Versorgungsleitungen – das ist, was gefragt ist. Gleichzeitig muss die Beleuchtung alle formalen Anforderungen an eine Arbeitsplatzbeleuchtung erfüllen. Zuletzt haben wir bei Großprojekten in Berlin und Hamburg solche Lösungen erfolgreich umgesetzt.

Ludwig Leuchten ist ein Familienunternehmen mit 200 Mitarbeitern. Wie stemmen Sie solche Projekte?

Zwolsky: Unser Vorteil ist unsere Fertigung made in Germany. Produktion und Entwicklung befinden sich unter einem Dach. So können wir schnell und individuell auf Kundenwünsche reagieren. Und natürlich auch auf neue Trends.

Haben Sie Fragen zu diesen oder anderen Themen?

Dann haken Sie einfach nach. Unser Experte Christian Zwolsky und seine Kollegen helfen Ihnen gerne weiter: vertrieb@remove-this.ludwig-leuchten.de.

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