Geschäftsführung legt Restrukturierungsplan vor - Grünes Licht für Sanierung von Ludwig Leuchten

Ludwig Leuchten legte den Insolvenzplan bei Gericht vor. Schon im Vorfeld hatte der vorläufige Gläubigerausschuss grünes Licht zur Sanierung gegeben.

Mering, den 01. August 2014 – Ludwig Leuchten legte gestern den angekündigten Insolvenzplan bei Gericht vor. Schon im Vorfeld hatte der vorläufige Gläubigerausschuss grünes Licht zur Sanierung des Unternehmens auf dieser Basis gegeben. Damit ist der Weg dafür geebnet, das Unternehmen aus eigener Kraft neu aufzustellen.

„Das ist ein erfreulich positives Signal“, kommentiert Florian Möckel, der Vorsitzende der Geschäftsführung. „Unsere Chancen stehen gut, Ludwig Leuchten erfolgreich durch die Sanierungsphase zu führen und strategisch so auszurichten, dass das Unternehmen wieder nachhaltig rentabel arbeiten kann.“

Erster Schritt auf dem Weg der Sanierung

Die Mitarbeiter hat Florian Möckel am Vormittag auf einer Betriebsversammlung über die anstehenden Veränderungen informiert. Etwa ein Drittel der Stellen soll wegfallen, darauf haben sich Geschäftsleitung, Sachwalter und Betriebsrat verständigt. Am 8. August sollen am Standort Mering etwa 67, am Standort Bergen etwa 13 Mitarbeiter in eine Transfergesellschaft wechseln. Sie erhalten sechs Monate lang 80 Prozent des letzten Nettolohns sowie Qualifizierungsmaßnahmen, die ihnen helfen sollen, eine neue Beschäftigung zu finden. Zudem wird ein Härtefalltopf eingerichtet, um soziale Härtefälle abzufedern. So die wesentlichen Inhalte des Interessenausgleich und Sozialplans, die heute unterzeichnet wurden.

Konzept und Insolvenzplan

Bis Ende Juli hatte das Unternehmen Zeit, ein Restrukturierungskonzept und einen sogenannten Insolvenzplan vorzulegen. Nehmen die Beteiligten, also Gläubiger und Anteilseigner, den Plan nun an und wird diesem von Sachwalter und Insolvenzgericht zugestimmt, erlangt der Insolvenzplan Rechtskraft, womit dann das Verfahren in Eigenverwaltung beendet ist. Dies wird voraussichtlich Ende Oktober dieses Jahres sein. Danach kann das Unternehmen unter normalen Bedingungen arbeiten und das Restrukturierungskonzept weiter umsetzen.

„Das Geschäft und unsere Projekte laufen ganz normal weiter. Für unsere Kunden ändert sich nichts“, erklärt Möckel, der in den vergangenen Wochen die wichtigsten Geschäftspartner persönlich besucht hat. „In vielen Gesprächen hat man mir bestätigt, dass unsere Produkte und Lösungen innovativ sind und dass wir einen guten Namen im Markt haben. Auch Verbesserungsansätze habe ich mitgenommen, die wir nun Schritt für Schritt abarbeiten werden.“ Zunächst gelte es, die interne Organisation zu optimieren, die Strategie weiter zu entwickeln und das Unternehmen noch konsequenter im Markt zu positionieren.

Ludwig Leuchten hatte am 05. Mai 2014 beim Amtsgericht Augsburg die Eröffnung eines Schutzschirmverfahrens beantragt. Dieses Verfahren ermöglicht Unternehmen eine Sanierung anzustoßen und Mechanismen aus dem Insolvenzrecht zu nutzen bevor eine Zahlungsunfähigkeit eintritt. Dabei bleibt die Geschäftsführung weitgehend eigenständig und kann strategische und operative Entscheidungen selbstbestimmt treffen. Begleitet wird das Verfahren von Dr. Paul Abel als Sachwalter, der Partner der bundesweit agierenden und auf Insolvenzrecht spezialisierten Kanzlei anchor Rechtsanwälte in Augsburg ist.

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