BankZeitung-Raiffeisenbank Kissing-Mering (Ausg. 02/14) - Mit Schutzschirmverfahren neu aufstellen

Mit dem Schutzschirmverfahren nutzt der Leuchtenspezialist aus Mering seit Mai die Chance für einen Neustart.

Ludwig Leuchten bringt Erfahrung und Know-how zusammen

Das Unternehmen stemmt die Sanierung in Eigenregie und ist zuversichtlich, dass es bald wieder nachhaltig profitabel arbeiten kann.

Ludwig Leuchten hat einen guten Namen im Markt: Seit 65 Jahren entwickelt und fertigt das Traditionsunternehmen technische Beleuchtungen für Industrie und Handel, die weltweit vertrieben werden. Auch die innovativen Lichtkonzepte können sich sehen lassen: Zu den Referenzen zählen unter anderen das Verwaltungsgebäude der Allianz und die BMW Konzernzentale in München, das Terminal 2 des Münchner Flughafens, der Flughafen in Athen, die Europäische Zentralbank in Frankfurt und die Metro-Stationen sowie der Flughafen in Amsterdam

Sanierungsstrategie greift

Darauf kann man aufbauen. Nachdem das Familienunternehmen in Schwierigkeiten geraten war, hatte es Anfang Mai dieses Jahres die Eröffnung eines Schutzschirmverfahrens in Eigenverwaltung beantragt. Vor der Antragstellung sind die langjährigen Geschäftsführer Alexander Ludwig und Günter Ludwig aus der Geschäftsführung ausgetreten. Dieses Verfahren ermöglicht es, eine Sanierung anzustoßen und Mechanismen aus dem Insolvenzrecht zu nutzen. Voraussetzung hierfür ist, dass keine Zahlungsunfähigkeit und eine gute Sanierungsprognose vorliegen. Dabei bleibt die Geschäftsführung weitgehend eigenständig und kann strategische und operative Entscheidungen selbstbestimmt treffen. Dr. Paul Abel, Partner der auf Insolvenzrecht spezialisierten Kanzlei anchor aus Augsburg, begleitet Ludwig Leuchten in dem Verfahren als sogenannter Sachwalter. „Unsere Chancen stehen gut, Ludwig Leuchten aus eigener Kraft neu aufzustellen. Die letzten Monate sind besser gelaufen als erwartet und die Zusammenarbeit mit Dr. Abel ist hervorragend“, kommentiert Florian Möckel, der als Sanierungsexperte den Vorsitz der Geschäftsführung übernahm und zudem als sogenannter Eigenverwalter in dem Verfahren fungiert. Gemeinsam mit Erich Ludwig bildet er die Geschäftsführung und Florian Möckel will sich auch nach Ende des Verfahrens weiter für das Unternehmen engagieren.

Neue Projekte und kontinuierliche Optimierung

„Unser Geschäft läuft ganz normal weiter und wir konnten einige interessante Großprojekte akquirieren“, erklärt Möckel. Die Restrukturierung ist bereits im vollen Gange. Zunächst gilt es, die interne Organisation zu optimieren, die Strategie weiter zu entwickeln und das Unternehmen noch konsequenter im Markt zu positionieren. Etwa ein Drittel der Stellen wurden insgesamt an beiden Standorten in Mering und Bergen bei Dresden abgebaut. Um den Personalabbau sozial verträglich zu gestalten, hat Ludwig Leuchten eine Transfergesellschaft geschaffen. Über diesen Weg erhalten die in die Transfergesellschaft eingetretenen Mitarbeiter sechs Monate lang 80 Prozent des letzten Nettolohns sowie Qualifizierungsmaßnahmen, die ihnen helfen sollen, eine neue Beschäftigung zu finden. Um Härtefälle abzufedern, stellte das Unternehmen einen eigenen Topf bereit.

Der nächste Meilenstein steht Ende Oktober an: Dann wird der eingereichte sogenannte Insolvenzplan, der unter anderem das Restrukturierungskonzept beinhaltet, vor dem Amtsgericht erörtert und abgestimmt. Möckel, der in engem Kontakt zu den Gläubigern und Anteilseignern steht, ist sehr zuversichtlich, dass der Plan Zustimmung findet und damit das Verfahren beendet werden kann „Die Gläubiger stehen hinter uns und es tut gut, dass uns die Raiffeisenbank als Hausbank vertrauensvoll in dieser schweren Zeit begleitet.“

Dieser Artikel wurde bereits im Februar 2014 in der Zeitschrift "BankZeitung" veröffentlicht.

Hier der Artikel als PDF.

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